Das Konzept, das hinter unserer Arbeit hier im Kinderhaus steht, ist der Situationsansatz. Nach dem Situationsansatz zu arbeiten bedeutet, die Lebenssituation der Kinder und ihrer Familien zur Grundlage der pädagogischen Arbeit zu machen. 
Die Kinder bringen ihre eigenen Interessen, Bedürfnisse und Erfahrungen mit ins Kinderhaus. Diese Individualität wird im Kinderhaus anerkannt und respektiert. Ergänzend ist es wichtig, im Umgang mit anderen die Fähigkeiten des Aushandelns, der Kooperation und der Solidarität zu leben.
Der Situationsansatz enthält natürlich neben dem Bereich des sozialen Lernens ausdrücklich einen Bildungsanspruch. Konkret bedeutet das für die Arbeit hier im Kinderhaus:
Die ErzieherInnen führen eine Situationsanalyse durch, d.h. sie erkunden die Lebenswelt ihrer Kinder, legen Lernziele fest und stimmen ihre pädagogischen Angebote darauf ab.
Lernen findet in Sinnzusammenhängen statt, d.h. wir machen kein einseitiges Funktionstraining, sondern fördern selbständiges Denken, forschendes und entdeckendes Lernen in realen Situationen. In altersgemischten Gruppen helfen sich die Kinder gegenseitig, die Jüngeren lernen von den Älteren und umgekehrt. Die Kinder sollen die Welt zunehmend verstehen und hinterfragen, anstatt Anweisungen zu empfangen und auszuführen.
Wichtig ist auch die Raumgestaltung: Räume werden in eine anregungsreiche Umgebung verwandelt mit Materialien, die frei zugänglich und veränderbar sind. Das naturnahe Außengelände bietet zahlreiche Bewegungsanreize.
Literatur:
ZIMMER, JÜRGEN: Das kleine Handbuch zum Situationsansatz. Weinheim und Basel: Beltz Verlag 2006 (2).